Die Westfälischen Friedensgespräche 2025, ein literarisch-politisches Projekt des Westfälischen Literaturbüros in Unna e. V., arbeiten nach einem Konzept von Najem Wali und haben das Ziel, Schriftsteller:innen aus Regionen, die in einem Konflikt stehen, in einen kreativen und reflektierenden Dialog zu bringen. Dabei sollen sie mit ihren literarischen Mitteln nicht nur die Perspektiven ihrer eigenen Zivilgesellschaften einbringen, sondern diese auch hinterfragen und neu ins Licht rücken. Auf diese Weise kann Literatur als unabhängiger Impulsgeber fungieren – jenseits politischer Vorgaben. Dieses Konzept unterstreicht, wie stark Literatur zur Vermittlung und Verständigung beitragen kann.

Das Motto „The Troubles“ verweist in diesem Jahr auf den Nordirland-Konflikt – eine historisch belastete, konfessionell-ethnische Auseinandersetzung, die trotz des Karfreitagsabkommens von 1998 weiterhin gesellschaftliches Gewicht besitzt und durch den Brexit erneut an Dynamik gewonnen hat.

Die Veranstaltungsreihe (September–Oktober 2025) umfasst ein breit gefächertes Programm: Podiumsdiskussionen, Lesungen und Gespräche mit Autor:innen aus den betroffenen Regionen – darunter Jan Carson und Aimée Walsh aus Belfast. Sie haben Visionen für eine andere Art der Auseinandersetzung entwickelt und stellen diese u. a. in Holzwickede, Hamm und Dortmund vor.

Wir möchten ganz besonders auf die Veranstaltung am 19. September hinweisen: der Schauspieler Wanja Mues liest im York-Quartier Münster Auszüge aus The Volunteer – dem Buch des IRA-Aussteigers und Friedensaktivisten Shane Paul O’Doherty. Eine Einführung zu dieser Lesung übernimmt Dr. Mareike Menne, Verlegerin und Privatdozentin für Neuere Geschichte.

Das Programmheft kann hier digital durchgeblättert werden.

Weitere Infos und Tickets gibt es hier.